Geschichte

Funde aus der jüngeren Steinzeit, der Bronze- und der Hallstattzeit geben Hinweise auf eine kontinuierliche Besiedlung dieses Gebietes, Ausgrabungen zeugen von einem ausgedehnten römischen Villenviertel.

1245 schenkte Bela IV "Bujuslou", das heutige Deutschkreutz, zwei ungarischen Adeligen (erste urkundliche Erwähnung des Ortes). Der Name "Kurustur" (Kreutz) scheint erstmals im Jahre 1274 auf.

Die Geschichte von Deutschkreutz 1921 - 2001

1921 Burgenland kommt zu Österreich

In den Friedensverhandlungen von St.Germain, Paris, wird das Gebiet von Deutschwestungarn, das später Burgenland genannt wir, Österreich zugesprochen. Die Stadt Ödenburg/Sopron und acht umliegende Gemeinden werden allerdings einer Volksabstimmung unterzogen, die unter äußerst fragwürdigen Voraussetzungen stattfindet. Die Abstimmung geht zu Gunsten Ungarns aus, Deutschkreutz, das dieser Abstimmung mit Glück entgangen ist, kommt zwar zu Österreich, verliert aber sein natürliches Hinterland. Dieses geographische und wirtschaftliche Handicap macht Deutschkreutz bis in die Gegenwart zu schaffen.
Wie in allen Grenzgemeinden rücken im Verlauf der Grenzstreitigkeiten in Deutschkreutz zunächst ungarische Freischärfler, später österreichische Soldaten ein. Diese lagern auf der Ganslwiese, heute Am Teich, und spielen ein den Deutschkreutzer Buben bisher unbekanntes Spiel: Fußball. Die Buben machen es ihnen nach, in Ermangelung eines richtigen Balles wird meist mit „Fetzenlaberln” gespielt. Nur wenige Jahre später, 1924, wird der erste Deutschkreutzer Fußballclub gegründet.

1925 Bürgerschule

Die Bürgerschule nimmt den Betrieb auf. Sie wird 1928 in eine Hauptschule umgewandelt.

1934-1938 Ständestaat

1933 löst Bundeskanzler Dollfuß das Parlament auf und errichtet 1934 den Ständestaat. Die Sozialdemokratische Partei wird verboten, ihre Mandatare müssen aus dem Gemeinderat ausscheiden. Der Gemeinderat wird damit beschlussunfähig, Oberamtmann Moyses wird mit allen Rechten des Bürgermeisters, des Gemeindevorstandes und des Gemeinderates ausgestattet und führt die Gemeinde bis zur Konstituierung eines „Gemeindetages” Mitte 1935.

1936 Girm kommt zu Deutschkreutz

In Girm, bis dahin eine eigenständige Gemeinde, versammeln sich 187 Gemeindebürger im Gemeindehaus und führen eine Volksabstimmung durch. 120 von ihnen entscheiden sich für die Eingliederung in die Großgemeinde Deutschkreutz, die somit 4.203 Einwohner hat.

1938-1945 Nationalsozialismus

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich werden die jüdischen Mitbürger, es waren um diese Zeit noch ca. 420, aus Deutschkreutz vertrieben. Von 81 weiß man, dass sie in einem KZ umgekommen sind, 158 konnten emigrieren, das Schicksal von 181 Deutschkreutzer Juden ist unbekannt. Die Haushalte und Geschäfte werden von den NAZIS und ihren Mitläufern geplündert, ein großer Teil der Judenhäuser von der Gemeinde erworben und abgetragen, der Judenfriedhof wird verwüstet, die Synagoge gesprengt. Das ist das Ende der jahrhundertealten Judengemeinde Zelem. Die Nationalsozialisten setzen einen neuen Gemeindetag und einen neuen Bürgermeister ein. Sämtliche Lehrer der Deutschkreutzer Schulen werden entlassen, einige vorübergehend inhaftiert.
Zu den Verfolgten des NAZI-Regimes gehören auch die Roma, sie werden in ein Lager nach Lackenbach deportiert.
1939 bricht der Zweite Weltkrieg aus. Hunderte von jungen Deutschkreutzern müssen zur Deutschen Wehrmacht einrücken, mehr als 300 sterben auf den Schlachtfeldern.
1944 werden hunderte ungarische Juden nach Deutschkreutz zur Errichtung des „Ostwalls” deportiert. Ein großer Teil von ihnen stirbt an Erschöpfung, Unterernährung und an Seuchenkrankheiten. Im Judenfriedhof werden 286 Budapester Juden in einem Massengrab verscharrt.

1945 Kriegsende und Besatzungszeit

Am 29.März 1945 überschreitet die Rote Armee bei Klostermarienberg die Grenze. Es beginnt eine langjährige Besatzungszeit, die vor allem zu Geginn für die Bevolkerung sehr leidvoll ist, da es immer wieder zu Übergriffen kommt. Das Sterbebuch von Deutschkreutz verzeichnet mit Sterbedatum 31.März und 1.April 1945 19 Todesfälle durch Gewalteinwirkung.
Deutschkreutz wird von einem von der Besatzungsmacht eingesetzten Bürgermeister und Gemeinderat verwaltet. DIe Ernährungslage für die nichtbäuerliche Bevölkerung ist prekär.
Die Sitzungen des Gemeinderates verlaufen in den folgenden Jahren oft sehr turbulent, bei einer Gemeinderatssitzung im Jahr 1949 sind sogar zwei Kriminalbeamte anwesend. Wiederholt wird einem Bürgermeister das Misstrauen ausgesprochen. 1950 und 1964 wird Deutschkreutz von einem Regierungskommissär verwaltet.

1952 Ein Grundzusammenlegungsverfahren wird eingeleitet.
1958 Der Sportplatz wird mit dem Spiel einer Deutschkreutzer Auswahl gegen WAC eröffnet. Ergebnis: 1:13
1960 In der neuen „Europaschule”, der modernsten Schule des Landes, wird der Betrieb aufgenommen.
1967 Eröffnung des Schwimmbades.
1971 Errichtung der Aufbahrungshalle. Bis dahin wurden die Verstorbenen in ihrem Haus aufgebahrt.
1972 Anton Berger wird zum Bürgermeister gewählt.
1973 Der Musikverein wird gegründet.
1974 Das neue Rathaus wird von Bundespräsident Kirchschläger eröffnet.
Die nach Plänen von Prof. Anton Lehmden renovierte Kirche wird eingeweiht.
Mit der Errichtung der Ortskanalisation wird begonnen.
1980 Errichtung des Goldmark-Museums anlässlich des 150. Geburtstages von Carl Goldmark. Beginn der Goldmark-Konzerte.
Wetter wird Partnergemeinde.
1985 Eröffnung des Grenzüberganges.
Wolfgang Strehn wird Bürgermeister.
Übergabe eines neuen Tanklöschfahrzeuges an die Feuerwehr.
Errichtung der Gerätehallen auf dem Bauhof
1987 Wiedereröffnung des renovierten Schwimmbades.
1988 Eröffnung des Rotwein-Radwanderweges B40.
1989 Eröffnung des Feuerwehrhauses.
Zinkendorf wird unsere zweite Partnergemeinde.
Der Judenfriedhof erhält eine neue Umfriedung, die Grabsteine werden teilweise wieder aufgestellt.
1990 Renovierung der Europaschule. Da immer nur in den Sommerferien gearbeitet werden kann, dauern die Arbeiten bis 1993.
Die Schlossgasse wird als erste Deutschkreutzer Straße zu einer Wohnstraße ausgebaut.
Bürgermeister Strehn übergibt die Amtsgeschäfte an Willibald Hofer.
1992 Die Gemeinde beantragt eine Umfahrungstraße, da der Verkehr zum Grenzübergang zunimmt. Ein Jahr später wird sie errichtet.
1994 Die Deutschkreutzerin Dr. Christa Krammer wird Ministerin für Gesundheit, Umweltschutz und Sport.
Große Jubiläumsfeierlichkeiten: „750 Jahre Deutschkreutz”.
Deutschkreutz präsendiert sich im Festkleid: Die Hauptstraße wurde im Zuge der Dorferneuerung umgestaltet, ebenso einige Nebenstraßen. Ein neuer Hauptplatz wurde geschaffen, im Hof der alten Hauptschule entstand ein Veranstaltungsplatz. Im neuen Veranstaltungskeller findet eine historische Ausstellung statt. Die Vinothek wird eröffnet und erweist sich bald als eine der sinnvollsten Investitionen der letzten Jahre.
1996 Die Gemeinde erhält für die Maßnahmen im Zuge der Dorferneuerung den burgenländischen und den europäischen Dorferneuerungspreis.
1997 Ernst Möderl folgt mit Jahresbeginn Willi Hofer als Bürgermeister nach.
Die Raiffeisensiedlung wird ausgebaut.
1998 Die Schulsportanlage wird eröffnet.
Der Gemeinderat fasst den Beschluss, mit der italienischen Kleinstadt Allumiere eine Partnerschaft einzugehen.
2000 Die Eisenbahnstrecke Deutschkreutz-Sopron wird elektrifiziert. Immer mehr Pendler steigen vom Auto auf die Bahn um.
Die Gemeinde geht mit einer Homepage ins Internet.
2001 Der Kindergarten wird mit großem finanziellen Aufwand renoviert und modernisiert.
Auf dem Gelände des Bauhofs wird eine vorbildliche Altstoffsammelstelle errichtet.

Quelle-Buch: "BURGENLAND - Vom Grenzland zum offenen Raum - DEUTSCHKREUTZ"